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Samstag, 03 Mai 2014 17:13

Thunersee: Oberhofen freiert Comeback ihres Schiffes

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Die Zeit der Wertschätzung gegenüber historischen Motorschiffen ist reif. Auf dem Luganersee die „Milano“, in Schaffhausen die „Munot“, auf dem Zürichsee die „Etzel“, in Luzern die „Rütli“, in Genf die „Büren“, auf dem Zugersee die „Schwan“ und nun seit gestern die „Oberhofen“ auf dem Thunersee sind Zeugen eines Trends, der mir gefällt. Über 400 Personen fanden sich auf dem Areal Schlössli in Oberhofen ein, um „ihr“ Schiff zu begrüssen. Wir empfingen die „Oberhöfnerli“, wie das Schiff hier liebevoll genannt wird, mit holländischer Heckflagge und den Lettern „Vriendschap“ am Bug. Die Dorfmusik spielte den Fahnenmarsch, als die Flagge und der alt-neue Name mit den Originalbuchstaben ausgetauscht wurden. Auf einer zweiten Scheinanfahrt „taufte“ die Feuerwehr das Schiff, wobei sich der Wasserstrahl mit dem Regen vereinigte und kaum noch sichtbar war. Beim dritten Anlauf legte dann die 75-jährige „Dame“ an der Ländte an.

Durch eine lange Gasse von Menschen gingen die Ehrengäste an Land, allen voran der Oberhofner Kurt Matter mit Gemahlin, der das Schiff aus Holland zurück kaufte und der BLS schenkte. Spontaner Applaus auch für die holländische Delegation mit dem Zwischeneigner Riks Noorman, der sich ob diesem warmen Empfang sichtlich gerührt zeigte. Wolfgang Hauzenberger, Vorstandsmitglied der Dampferfreunde Thuner- und Brienzersee führte durch ein abwechslungsreiches Programm. Er verfasste auch ein Kurzabriss der Entwicklung zur Akte MS Oberhofen zwischen 1999 und 2014 (siehe Anhang). Ich beschränke mich auf folgende Schlagzeilen zur Geschichte des Schiffes:

• 1939 für die Landesausstellung Zürich von Escher Wyss gebaut als MS Ente, erstes Schiff mit einem dreiflügligen Verstellpropeller. • 1940 Verkauf nach Thun, Umbau und zweite Jungfernfahrt als MS Oberhofen. • 2000 Umbau und dritte Jungfernfahrt in Holland mit Heimathafen Loosdrecht als MS Vriendschap. • 2013/14 Nachrüstung auf aktuelle BAV-Normen und vierte Jungfernfahrt als MS Oberhofen am 2. Mai 2014.

Beim ersten Augenschein am Bord fällt mir auf, dass die alte BLS-Struktur (Salon) wie auch die holländische „Handschrift“ (Bar im Mittelschiff) sich gut ergänzen. Ein unterhaltsamer Abend unter dem eiligst aufgestellten Grosszelt endete mit einem Feuerwerk, bevor die Ehrengäste per MS Oberhofen wieder gegen Thun ablegten.

 

Im kommenden Herbst kommt die „Oberhofen“ nochmals in die Werft für eine zweite Teilsanierung. Das Dach muss u.a. erneuert und der Generator im Vorschiff um 90° gedreht werden, um die Zugänglichkeit zu verbessern. Vorher unternimmt die „Oberhofen“ für die Schiff-Agentur die letzte Fahrt der Premieren-Saison: Am 26. Oktober 2014 haben wir die „Oberhofen“ für Sie gechartert, Infos und Anmeldung hier. Gleichentags besuchen wir die Baustelle von DS Spiez und lassen uns von kompetenter Seite erklären, wie es mit der Renovation und der Revaporisierung weiter geht.

Am 2. Mai 2014 erlebt die „Oberhofen“ ihre 4. Jungfernfahrt; mit einem Zeremoniell wird der vorherige Name Vriendschap entfernt, darunter erstahlen die Buchstaben Oberhofen. Riks Noorman (rechts) übergibt Kurt Matter seine Schiffsglocke. Im November 2014 kam die „Oberhofnerli“ auf dem Srassenweg von Basel nach Thun. Und so sah das Schiff in Holland im Jahr 2000 aus. Bild Textteil: Abnahmepläne für die holländische Schifffahrtsbehörde aus dem Jahr 1999. Bild 5 M. Bisegger, Bild 6 und Textteil Archiv L. Ullmann, Text und übrige Bilder H. Amstad

Weiter im Text:

Geschichte zwischen 1999 und 2014 (Text)

Technische Angaben (Text)

Gedicht zum Anlass der Wiederinbetriebnahme vom 2. Mai 2014 (Text)

 

 

 

 

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